Wojciech Zasadni, geboren 1971 in Łąck. Lebt und arbeitet in Warschau. 1994 Diplom für Bildhauerei an der Akademie für Schöne Künste in Warschau. Er beschäftigt sich mit Performance, Skulptur, Installationen und Videokunst. Er arbeitet auch als Schauspieler im »Academia« Theater. In seiner Kunst werden Objekte, Materialien und Abbilder auf überraschende Art und Weise umgestaltet: menschliche Figur haut er in Fleisch, bunte Zeitschriftenumschläge verwandelt er zu hölzernen Reliefen, Plastiken gießt er in Zucker ab. Das Hauptthema seiner Werke ist das menschliche Bedürfnis nach Konsum, das der Künstler auf ironische Art und Weise porträtiert: Der Umschlag aus Holz wird zum Dekor ohne Inneres, der Fleischvorrat im Kühlschrank verwandelt sich in eine erschreckende menschliche Gestalt, das Salonsofa klappt man zusammen und es wird zum Polstersarg. Die Serie der aus Zucker abgegossenen Plastiken ist eine Sammlung von Objekten und Zeichen: Hier sieht man einen Revolver, ein Automodell, ein Hackenkreuz, eine Heiligenfigur, eine Schnapsflasche nebeneinander stehen. Alle diese Figuren wurden, durch die Anwendung desselben Materials – des Zuckers – gleichförmig gestaltet und sind wörtlich »übersüß« geworden. Ähnlich wie in anderen Werken wird hier das Paradox des Konsums und der Übersättigung dargestellt: der Überfluß an Zucker, Fleisch und Realismus macht weitere Konsumption unmöglich. Die Produkte und Objekte des alltäglichen Gebrauchs, in Plastiken verwandelt, werden zur Dekoration und zur Karikatur des Konsumverhaltens. »Wojciech Zasadni repräsentiert die junge Generation der Bildhauer, die mit großen Kühnheit die Grenzen ihres künstlerischen Mediums übertreten. In seinen Arbeiten versucht er die Vielfältigkeit der Bedeutungen klar zu machen: von Installationen und Raum-Arrangements bis zur Skulptur. Indem er perfekt sein Handwerk beherrscht, benutzt Zasadni gerne Zitate und verfälschende Nachahmungen der traditionellen Formen. Seine Kunst kann man als rebellischen Realismus beschreiben. Auf der einen Seite bleibt er nah an der alltäglichen Erfahrung, auf der anderen versucht er unaufhörlich, sie zu überschreiten. Als Ausgangspunkt und Material für seine Arbeit nimmt er die Ikonen der Massenkultur, die alltäglichen Objekte und Situationen, in denen er einen tieferen Sinn zu finden versucht, der zur kulturellen und existentiellen Reflexion führen sollte (...). Zasadni sucht sich die Situationen aus, die er in neuem Kontext stellt und dadurch ihre Bedeutung neu definiert. Charakteristisch für seine Kunst sind Ironie, schwarzer Humor und Provokation...«. Stach Szabłowski, Einführung im Katalog.
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