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Agata Michowska, geboren 1964 in Białystok. Lebt und arbeitet in Poznań. Diplom für Bildhauerei an der Akademie für Schöne Künste in Poznań. Ihre künstlerisches Schaffen charakterisiert sich durch ein entschlossenes Hervorholen des Potenziellen und Füllen es mit einer neuen, passenden Bedeutung. Die als geistliche und physische Wandlung gesehene Beschaffenheit des Menschen ist unzertrennlich im Michowskas Denken über die Kunst, das deutlich durch die Bildhauerei geprägt wurde, enthalten. Die für die Künstlerin charakteristische Konzentration und Aufmerksamkeit offenbarte sich schon in ihrer Diplomarbeit, die sich aus einem Spinnennetz, kleiner brüchiger keramischer Elemente, die in einem komplizierten, waghalsigen Bauwerk aufgestellt waren, zusammensetzte. Das weist deutlich auf den wesentlichen Weg in ihrer Kunst hin: Das poetische Verstehen der Prozesse des Dauerns, Schaffens und der flüchtigen Relationen. Die Skulpturen greifen in die natürliche Landschaft ein: Sie besetzen Bürogebäuden, ruinierte Fabriken, überall bringen sie eine Poesie ein, die durch das Dämpfen von Spannungen, durch eine unglaubliche Harmonie und Symbiose geschaffen wurde. In weiteren Arbeiten folgt eine sanfte Befreiung von Bindungen und Bedeutungen der Orte. Ihre Mitteilung wird vollständig in den Videoarbeiten, in denen den wichtigsten Bestandteil Zeit und Form bilden, ausgedrückt. Das Bild wird vom Ton begleitet und manchmal von einem Text – oft von der Autorin komponiert und geschrieben. Agata Michowska erfindet eine ausgesuchte Sprache des Minimalismus. Ungezwungen greift sie auf Geschichte und Mythologie zurück. Mit kleinen Eingriffen, manchmal mit einem im Titel enthaltenem Wort oder einer kurzen Aufschrift an der Wand weist sie uns auf die Spur und die Möglichkeit des Empfindens einfacher Beziehungen. Am Anfang eines neuen Projekts steht für Agata immer das Schreiben. Ihre Gedichte, tief im Atelier versteckt, sind Skizzen für die entstehenden Arbeiten. Von der im Entstehungsprozeß einer Skulptur verborgenen Poesie fasziniert, hat sie eine einfache, sehr individuelle Sprache entwickelt. In dieser Sprache spricht sie zu uns und weist auf die in den Verflechtungen der Ereignisse verborgene Poesie, die uns umgibt und aus der Bedingung des Lebens entspringt. Das Leben betrachtet sie als ein Geschenk der Natur, der Achtung, Verständnis und vor allen Dingen Respekt vor ihren Prozessen gebührt.
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